KIEL 1242

Frank Reiser – Edutainement Developer : 3D-Generalist

Sprache im Mittelalter

Ich habe ja schon in einem Blogbeitrag kurz auf die Problematik hingewiesen, welche Probleme es gibt, die mittelalterliche Sprache korrekt darzustellen – insbesondere, wenn ich über eine schriftliche Darstellung hinausgehen will.

Fehlende Quellen

Der „Datenträger“ im Mittelalter ist das Pergament. Aufwendig bearbeitete Tierhäute, die teuer und meist wichtigen Dokumenten, Urkunden oder Schriften – wie der Bibel – vorbehalten sind.

Diese Texte sind – zumindest bis zur Reformation – fast ausschließlich auf Latein verfasst. Hinzu kommt:

  • das einfache Volk kann nicht Lesen und Schreiben;
  • der Klerus und der Adel interessiert sich nicht für dessen Belange;
  • die Organisation des Überlebens stehen im Vordergrund.

Eine Ausnahme bildet der Codes Carmina Burana der neben lateinischen, mittelhochdeutsche und provenzalische Texte beinhaltet.

Sprachvielfalt
Sprachvielfalt: erstellt mit Bing Image Creator

Evolution der Sprache

Sprache unterliegt einem permanenten Wandlungsprozess. Selbst die Dialekte aus dem vorigen Jahrhundert lassen sich kaum noch exakt rekonstruieren.

Für die Sprache aus dem Mittelalter – in Kiel und Schleswig-Holstein das plattdeutsche – gilt das umso mehr. Selbst, wenn es Quellen gibt, geben diese keinen Aufschluss darüber, wie die Sprache gesprochen wird.

Es gibt weder eine einheitliche Orthografie oder Grammatik und erst recht keine Lautsprache.