KIEL 1242

Frank Reiser – Edutainement Developer : 3D-Generalist

Musik im Mittelalter

Einen ersten Teilaspekt zum Thema Musik habe ich in einem Blog-Beitrag beschrieben. Auf dieser Seite werde ich den Blick auf das Thema erweitern.

Ähnlich wie bei dem Thema Sprachen im Mittelalter können wir nicht sicher belegen, wie die Musik tatsächlich geklungen hat.

  • Der Klang der verschiedenen Instrumente lässt sich zwar weitestgehend authentische reproduzieren, aber die Musik an sich ist noch mal ein anderes Thema.
  • Die Texte der christlichen Greogorianik, andere Kirchenmusik und die Minnetexte des Adels sind weitgehend erhalten. Die ursprüngliche Volksmusik
    • ist meist verschollen,
    • durch ausschließlich mündliche Überlieferung auf den jeweils aktuellen Zeitgeist angepasst worden.
  • Eine Ausnahme bildet der Codex Carmina Burana. Die umfassendste Sammlung mittelalterlicher Liedtexte aus dem 11. – 13. Jahrhundert. Die Handschrift wird im Kloster Benediktbeuren aufgefunden – dort aber nicht verfasst. Eine digitale Version stellt die Bayerische Staatsbibliothek zur Verfügung.
Tanzsaal 2
Tanzsaal 2: erstellt mit Bing Image Creator

Carmina Burana

Die teils anzüglichen und die Umdichtungen der Texte bekannter Kirchenlieder beschreiben oft sehr drastisch den Alltag und das Liebesleben der einfachen Bevölkerung. Der dekadente Klerus wird ebenso wenig verschont, wie der Adel.

Es ist schon bemerkenswert, dass diese Texte überhaupt aufgezeichnet, über die Jahrhunderte erhalten bleiben und letztendlich in einem Kloster verwahrt werden. Selbst aus heutiger Sicht sind die Texte keine leichte Kost – wenn zum Beispiel eine Vergewaltigung besungen und das Opfer eindringlich gebeten wird, nichts den Eltern des Täters zu erzählen.